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Zielfische2017-02-15T00:49:38+00:00

Im Folgenden wollen wir Ihnen die wichtigsten Friedfische kurz anhand von „Fisch-Steckbriefen“ vorstellen.
Sie finden hier zu jeder Fischart

  • ein Bild
  • eine Kurzbeschreibung
  • ein Kurzbericht über die Lebensräume
  • ein Kurzbericht über die Lebensweise
  • geeignete Methoden und Köder
Lateinischer Name: Barbus barbus
Englischer Name: Barbel
Die Barbe, auch Flussbarbe, ist ein europäischer Süßwasserfisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae),
und Namensgeber der Unterfamilie Barben (Barbinae).
Sie war im Jahr 2003 in Deutschland Fisch des Jahres.
Sie kommt in Europa von den Pyrenäen bis zum Pregel und zum Dnepr vor. Sie fehlt südlich der Alpen, in Skandinavien, im größten Teil Griechenlands und in Südbulgarien. In Großbritannien lebt sie nur im äußersten Südosten. Neben der Nominatform werden drei Unterarten unterschieden, B. b. gallicus in der Garonne, B. b. macedonicus in Dalmatien und B. b. thessalus in Thessalien. Die Barbe lebt in sauerstoffreichen Fließgewässern mit sandigem oder kiesigem Bodengrund, der nach ihr genannten Barbenregion.
Die Barbe hat einen lang gestreckten Körper, die Bauchlinie ist fast gerade, der Rücken nur leicht gewölbt. Ihr Körper ist mit mittelgroßen Schuppen besetzt,
entlang des Seitenlinienorgans hat sie 55 bis 65 Schuppen. Die Flussbarbe hat ein rüsselartiges, unterständiges Maul mit fleischigen Lippen und vier dicken Barteln an der Oberlippe.

Der Rücken ist braun oder grüngrau gefärbt, die Flanken heller, grünlich bis graugelb oder goldgelb schimmernd, der Bauch weißlich.
Brust-, Bauch- und Afterflosse, sowie der untere Teil der Schwanzflosse können rötlich sein. Die Rückenflosse und der obere Teil der Schwanzflosse farblos oder grünlich.

Die Barbe erreicht eine Länge von 25 bis 75 cm, in Ausnahmefällen wird sie bis zu einem Meter lang.

Die Barbe lebt gesellig und hält sich meist in Bodennähe in starker Strömung auf. Sie geht nachts auf Nahrungssuche und ernährt sich von Fischlaich, Insektenlarven, Muscheln, Schnecken, Würmern und in geringem Maße von pflanzlicher Kost. Größere Barben stellen auch kleinen Fischen nach. Die Fische überwintern in großen Gruppen unter Wurzeln oder an strömungsarmen Stellen der Flüsse. Zur Laichzeit, die in die Monate Mai bis Juli fällt, ziehen die Barben in Schwärmen flussaufwärts.
Die Barbe ist ein hervorragender Angelfisch. Sie ist zwar bei der Köderaufnahme sehr vorsichtig, sobald sie jedoch gehakt ist, glänzt sie durch
kühne Fluchten und große Ausdauer. Schon so mancher Angler, der seine Rute auf Grund gelegt und mit geschlossenem Schnurfangbügel geangelt hatte,
büßte seine Rute nebst Rolle ein, wenn eine Barbe biss und unvermittelt abzog.
Barben liefern oft so einen lang anhaltenden Kampf, dass sie, wenn sie ausgedrillt sind so erschöpft sind, dass sie nicht mehr schwimmen können.
Der verantwortungsvolle Angler sollte die Barbe dann noch im Wasser vorsichtig vom Haken lösen und solange festhalten, bis sie aus eigener Kraft wieder wegschwimmen kann. Siehe auch das Kapitel „Verantwortungsvoller Umgang mit dem Fang„.

Lateinischer Name: Abramis brama
Englischer Name: Bream
Französisch Name: Brème
Die Brasse, auch Brachsen, Brachsme(n), Brasse, Bresen, Pliete oder Blei genannt, ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae).
Die Brassen sind in Europa nördlich der Alpen und Pyrenäen sowie auf dem Balkan weit verbreitet. Im Osten findet man sie bis zum Kaspischen Meer, dem Schwarzen Meer sowie dem Aralsee und Balchaschsee. Die Unterart Abramis brama danubii lebt im Donaudelta und die Unterart A. b. orientalis im Gebiet des Kaspischen Meeres und des Aralsees.
Die Brasse kann maximal 90 cm lang und bis zu 9 kg schwer werden. Ihre Verbreitung erstreckt sich über Europa nördlich der Alpen und Pyrenäen
und den Balkan.
Brassen bevorzugen Gewässer mit schlammigem Grund und Unterwasserpflanzenteppichen, welche Deckung und Nahrung bieten. Sie leben vor allem in der sogenannten Brassenregion
sehr langsam fließender Flüsse (vor allem in Unterläufen) und in Seen mit einem hohen Nährstoffanteil und schlammigem Grund. Sie leben in kleinen Schwärmen bodennah im Uferbereich. Da die Brasse unempfindlich gegen Wasserverschmutzungen ist, kommt sie auch in stark belasteten Gewässern zahlreich vor. Ein ebenfalls großes Vorkommen der Brassen findet sich in Strömen, Kanälen für die Binnenschifffahrt, Flusshäfen, Seen, Talsperren, Parkteichen und Baggerseen, wo Brassen oft einen idealen Lebensraum finden.
Obwohl über den Geschmack der Brasse die Meinungen weit auseinander gehen (von lecker bis ungenießbar) ist die Brasse aufgrund zahlreichen Vorkommens ein wichtiger Fisch für die Fischwirtschaft. In Süddeutschland ist die Brasse geräuchert als Delikatesse beliebt und findest ansonsten in der Fischmehlproduktion häufig Verwendung.
Mit Sicherheit aber ist der Brassen der Lieblingsfisch vieler Wettkampfangler, da er zahlreich vorkommt, hohe Gewichte erreichen kann und kaum anderer Fisch so vielen Anglern zu einem Meistertitel verholfen hat.

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Lateinischer Name: Leuciscus cephalus
Englischer Name: Chub
Der Döbel auch Alet, Eitel oder Aitel genannt, ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae).
Man nennt den Döbel auch „Breitschädel“ oder „Dickkopf“.
Der Spitzname „Dickkopf“ ist seiner teils launischen Art geschuldet.
Sein Hauptverbreitungsgebiet hat der Döbel schwerpunktmäßig in Großbritannien mit den größten Beständen, außerdem in Frankreich, Benelux sowie West- und Süddeutschland. Der Döbel ist in fast ganz Europa mit Ausnahme Schottlands, Irlands und dem Norden Skandinaviens zu finden. Er kommt außerdem in der Türkei, Russland, Armenien, Georgien und dem Iran vor und ist einer der Leitfische der Äschen- und Barbenregion.
Döbel bilden in den Plitvicer Seen in Kroatien größere Bestände. Die an der klaren Wasseroberfläche gut zu beobachtenden Schwärme sind zur Touristenattraktion geworden.
In Deutschland findet man im Oberrhein, Mangfall, Nidda, Mosel, Ruhr, Erft, Neckar, Weiße Elster, Lech, Weser und Walchensee gute bis sehr gute Döbelbestände. Der in Süddeutschland vorherrschende Döbel ähnelt in seiner Lebensweise stark dem Aland, welcher in Norddeutschland dominiert.
Im Unterschied zum Döbel besiedelt der Aland allerdings auch größere Fließgewässer, Kanäle und Seen. Döbel reagieren relativ sensibel auf Verschmutzungen der Gewässer und können daher ein Indikator für sauberes Wasser sein.
Der Döbel lebt als Süßwasserfisch in schnell fließenden Bächen und Flüssen und hält sich meistens oberflächennah auf. Junge Döbel leben meist in größeren
Schwärmen in der Nähe der Wasseroberfläche und lauern dort auf Fluginsekten . Große (alte) Döbel leben oft als Einzelgänger oder in kleinen Gruppen
bis zu ca. 10 Tieren. Sie stehen gern an tiefen, ruhigen Stellen abseits der Hauptströmung und mit Vorliebe im Mündungsbereich anderer Gewässer, sowie an Unterständen wie überhängenden Bäumen und Sträuchern, unter Brücken oder tiefen Gumpen eines Baches. Dabei bevorzugt der Döbel allerdings strömungsarme Bereiche hinter Steinen oder in Buchten.
Der Döbel lebt außerdem in Seen, die von Flüssen durchflossen werden, aufgestauten Bereichen sowie in Entwässerungsgräben.
Normalerweise erreicht der Döbel eine Größe von 30 – 50 cm und ein Gewicht um 1 kg. Er kann jedoch bis zu 70 cm lang werden wobei er maximal ca. 5 kg schwer wird.
Ähnlich wie beim Karpfen kann die Länge (und damit das Gewicht) je nach Gewässer und natürlichem Nahrungsvorkommen stark differieren.
Der größte Döbel in Großbritannien wurde im Jahr 2007 mit einem Gewicht von 4,2 Kilogramm in einem See bei Gloucester gefangen.
Ein weiterer Großfisch von 4 Kilogramm wurde 2006 im Lake Wallingford (Großbritannien) erbeutet, gefolgt von etwa 3 Kilogramm schweren Exemplaren aus
Kalmar (Schweden) und dem Rhein.
Der Döbel hat einen gestreckten und seitlich abgeflachten, torpedoförmigen Körper. Der Kopf ist sehr groß und das endständige Maul breit. Das Maul hat statt Zähnen eine durchlaufende Hornschneide. Im Gegensatz zum Aland (Leuciscus idus), hat der Döbel größere Schuppen mit einer dunklen Umrandung, die eine netzartige Zeichnung ergeben, und eine nach außen gebogene Afterflosse. Der Rücken und die Flanken sind silbern bis golden, die Bauch- und Brustflossen rötlich gefärbt. Er ernährt sich von Insekten und anderen Kleintieren, manchmal auch von Pflanzen. Größere Exemplare fressen außerdem kleinere Fische und Amphibien.
Der Döbel wird zwar traditionell, wie alle heimischen Karpfenfische, zu den Friedfischen gezählt, aber in Wirklichkeit ist er ein Allesfresser.
Neben Algen und Wasserpflanzen zählen auch Wasserinsekten, deren Larven, Schnecken, Muscheln und Würmer zu seiner Nahrung.
Je älter er wird, desto mehr verlegt er sich auch auf die Jagd nach Kleinfischen. Unter Anglern ist zudem bekannt, dass Döbel auch gut mit Früchten zu fangen sind.
Beliebt bei Döbeln sind süße Kirschen, Pflaumen, Weintrauben, aber auch Holunderbeeren. Dabei ist es unerheblich, ob der Fisch diese Früchte natürlicherweise in seinem Gewässer, von Bäumen und Sträuchern ins Wasser gefallen, findet. Besonders ältere Exemplare gelten als äußerst scheu und sind nur sehr schwer zu fangen.
Viele Angler sehen den Döbel als minderwertigen Fisch, was ihm aber Unrecht tut. Sowohl als kampfstarker Beutefisch als auch kulinarisch ist er durchaus eine wertvolle Art.

 Schuppenkarpfen (Wildform)

Schuppenkarpfen (Teichform)

Spiegelkarpfen

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Fischlexikon.eu

Lateinischer Name: Cyprinus carpio
Englischer Name: Carp (allgemein), Common Carp (Schuppenkarpfen), Mirror Carp (Spiegelkarpfen)
Der Karpfen ist eine der bekanntesten europäischen Fischarten und als Typusart der Gattung Cyprinus sowohl im Deutsche als auch in der Fachsprache
Namensgeber der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae), der Überfamilie der Karpfenfischähnlichen (Cyprinoidei) und der Ordnung der Karpfenartigen (Cypriniformes).
Der Karpfen wurde schon im Altertum vom Menschen weiter verbreitet und ist heute in ganz Europa – mit Ausnahme Skandinaviens – zu finden.
Er ist seit der Antike ein beliebter Speisefisch, der häufig in Fischteichen angezogen wird und dazu auch in zahlreichen Ländern weltweit eingeführt wurde, wo er
teilweise als invasive Art auftritt. Der Wildbestand gilt dagegen heute als bedroht.
Der Karpfen bevorzugt warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs und weichem Bodengrund. Er ist relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen des pH-Wertes und des Sauerstoffgehaltes. Tagsüber ist er scheu und hält sich meist in tieferen Gewässerbereichen oder in Verstecken auf, um erst bei Einbruch der Dämmerung aktiv zu werden.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Karpfens umfasst die Zuflüsse des Kaspischen und des Schwarzen Meers sowie des Aralsees und reicht in Europa bis zur mittleren Donau. Historisch schwankte die Verbreitung wahrscheinlich klimaabhängig. So kam der Karpfen vor 8000 Jahren auch im Oberlauf der Donau vor, und im Bodensee sowie ehemals im Neckar sind wildkarpfenähnliche Bestände unklaren Ursprungs bekannt. Durch den Menschen wurde die Art weltweit in zahlreichen Ländern eingeführt.
Die Wildform des Karpfens ist lang gestreckt und seitlich wenig abgeflacht mit vollständig beschupptem Körper. Der Rücken ist olivgrün mit helleren Flanken und gelblichem bis weißlichem Bauch. Karpfen erreichen meist eine Länge von 30 bis 40 Zentimeter, können in Einzelfällen bis 120 Zentimeter lang und über 40 Kilogramm schwer werden. Der Kopf ist langgestreckt und kegelförmig mit kleinem Auge und zu einem Rüssel ausstülpbarem Maul.
Im Gegensatz zu den anderen in Europa vorkommenden Karpfenfischen hat er zwei Paar Barteln seitlich an der Oberlippe, von denen das vordere Paar kürzer ist.
Die Schuppen sind sehr groß und kräftig. Entlang der Flanken verläuft eine ununterbrochene Seitenlinie durch 33-40 Schuppen. Die lange Rückenflosse weist
3 bis 4 Hart- und 17 bis 23 Weichstrahlen auf, die Afterflosse 2 bis 3 Hart- und 5 bis 6 Weichstrahlen. Die Schwanzflosse ist tief gekerbt und weist drei Hart- und
17 bis 19 Weichstrahlen auf. Alle diese unpaare Flossen sind undurchsichtig dunkelgrau bis bräunlich mit bläulichem Schein. Die paarigen Brust- und Bauchflossen können dagegen auch rötlich sein. Erstere weisen einen Hart- und 15-16 Weichstrahlen auf, zweitere zwei Hart- und 8 bis 9 Weichstrahlen.
Der europäische Karpfen wurde früher häufig als Unterart Cyprinus carpio carpio der ostasiatischen Unterart Cyprinus carpio haematopterus gegenübergestellt.
Letztere wird jedoch mittlerweile meist als eigene Art Cyprinus rubrofuscus angesehen. Vom europäischen Karpfen unterscheidet sich diese Art durch eine geringere Zahl von Schuppen entlang der Seitenlinie, eine höhere Zahl von Rückenflossenstrahlen und eine silbrige Körperfarbe mit rötlichen unteren Flossen.
Es gibt mehrere Zuchtformen die mittlerweile in unseren Gewässern weit verbreitet sind. Zu diesen Zählen:
  • Schuppenkarpfen
  • Spiegelkarpfen
  • Zeilkarpfen
  • Leder- bzw. Nacktkarpfen
Die verschiedenen Zuchtformen des Karpfens sind meist gedrungener und mehr oder weniger ausgeprägt hochrückig. Sie weisen auch meist ein schnelleres Wachstum auf als die Wildform. Die Schuppen können dabei verschieden stark reduziert sein, wodurch sich folgende Formen unterscheiden lassen. Schuppenkarpfen haben noch ein vollständig erhaltenes Schuppenkleid. Zeilkarpfen weisen weniger Schuppen auf, es ist eine Reihe großer Schuppen entlang der Seitenlinie erhalten. Spiegelkarpfen weisen nur noch wenige, unregelmäßig verteilte Schuppen an den sonst schuppenlosen Seiten auf. Lederkarpfen oder Nacktkarpfen sind schuppenlos.
Bei den ostasiatischen Farbkarpfen (Koi) handelt es sich um Zuchtformen, die wahrscheinlich auf Cyprinus rubrofuscus oder Hybride zurückgehen.
Als Nahrung dienen vorwiegend Bodentiere (Würmer, Schnecken, Muscheln, Kleinkrebse, Insektenlarven), die durch Vorstülpen des Maules aufgenommen werden. Fehlt dem Karpfen die nötige Proteinmenge, verzehrt er auch ab und an kleine Fische wie Lauben oder Rotaugen.

Lateinischer Name: Rutilus rutilus
Englischer Name: Roach
Das Rotauge, auch die Plötze, Unechte Rotfeder oder der Schwal genannt, ist ein Fisch aus der Familie der Karpfenfische (Cyprinidae).
Das Rotauge erreicht eine Länge von 25 bis 50 Zentimetern, ein Gewicht von bis zu 3 Kilogramm und hat einen hochrückigen Körper mit grünlicher Ober- und weißer Bauchseite. Augen und Flossen sind rötlich. Die Körperform und Färbung kann je nach Gewässertyp variieren, in Fließgewässern sind Rotaugen schlanker und haben eine silbrige Schuppenfärbung an der Seite und in Baggerseen beispielsweise hochrückig und eine leichte Goldfärbung. Ein besonders auffallendes Kennzeichen ist die leuchtend rote Iris, daher rührt die Namensgebung.
Das Rotauge wird oft mit einer verwandten Art, der Rotfeder (Scardinius erythrophthalmus), verwechselt, da sie sich sehr ähnlich sehen. Die Arten unterscheiden sich jedoch durch den Stand von Bauch- und Rückenflosse: Während sich beim Rotauge beide Flossen auf gleicher Höhe befinden, ist die Bauchflosse der Rotfeder leicht vorgezogen. Noch leichter fällt die Unterscheidung anhand ihrer Mäuler: Die Rotfeder hat ein oberständiges und das Rotauge ein endständiges Maul. Neben diesen Hinweisen wird zur Unterscheidung zudem herangezogen, dass das Rotauge zwischen Bauch- und Afterflosse eine gerundete Bauchkante in Gegensatz zur gekielten Bauchkante der Rotfeder hat und die Augen (oft nur im Vergleich feststellbar) wirklich rot im Gegensatz zum Goldgelb der Rotfeder sind. Ein weiteres Merkmal ist die Anzahl der Schuppen in der Seitenlinie. Besitzt hier das Rotauge zwischen 39 und 48, sind dies bei der Rotfeder 40 bis 42. Ein weiterer, recht ähnlicher Fisch ist der Aland, der jedoch deutlich kleinere Schuppen besitzt (55 bis 60) und einen gelben Augenkreis aufweist. Zwischen Rotauge, Rotfeder, Aland und Brassen kommt es häufig zu Hybriden, also natürlichen Kreuzungen, sofern diese Arten zur gleichen Zeit im gleichen Gewässerabschnitt ablaichen.  Eine eindeutige Bestimmung der Zugehörigkeit oder einer Nichtzugehörigkeit ist bisweilen lediglich auf der Basis einer DNA-Analyse möglich.
Untersuchungen ergaben, dass Rotaugen seit dem Pliozän in Eurasien heimisch sind. Genzentren sind von Griechenland bis Sibirien, westliches Einzugsgebiet des Kaspischen Meeres, Donau bis Dnjestrbecken und die Küstenregion des Schwarzen Meeres. Die Plötze lebt als anspruchsloser Schwarmfisch in stehenden und langsam fließenden Gewässern in fast ganz Europa nördlich der Alpen und der Pyrenäen bis zum Ural. Sie lebt auch auf den britischen Inseln und im Brackwasser der Ostsee, fehlt aber im nördlichen Skandinavien und im südlichen Balkan. Rotaugen ziehen im Frühjahr in großen Schwärmen aus dem Stettiner Haff in den Flusslauf der Uecker, um zu laichen. Rotaugen wurden außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes in Zypern, Marokko, Irland, Italien, Spanien und Australien eingeführt, wo sie aufgrund ihrer hohen Reproduktionsrate einheimische Fischarten verdrängen
können.
In Großbritannien wurden die Zusammenhänge zwischen Aufkommen von Zooplankton und der Rotaugen-Population untersucht, die sich wechselseitig in einem 2-Jahresrhythmus beeinflussen. Je nach Alter der Fische werden unterschiedliche Kleinlebewesen als Beute bevorzugt.[8] In Gefangenschaft können Rotaugen bis maximal zwölf Jahre alt werden. Rotaugen sind weniger anfällig für Gewässerverschmutzung und können in einer Reihe von unterschiedlichsten Gewässerhabitaten Bestände bilden. Nur kalte Forellenbäche mit einer hohen Fließgeschwindigkeit und klare Gebirgsseen mit ganzjährig niedrigen Wassertemperaturen werden von Rotaugen meist nicht besiedelt.
Rotaugen gelten allgemein als eine stark anpassungsfähige euryöke und ubiquitäre Fischart, die eine große Gewässerbandbreite mit unterschiedlichen ökologischen Bedingungen besiedeln kann. Hierzu gehören auch regulierte Fließgewässer wie Kanäle für die Binnenschifffahrt und Hafenbecken. Ebenso findet man sie in Talsperren bis hin zu kleinen Weihern. Auch im Brackwasser findet man Rotaugen. Rotaugen halten sich in Fließgewässern bevorzugt an mit Algen bewachsenen Steinpackungen auf, da sie hier Flohkrebse erbeuten. Kleine Rotaugen können auch in flache Gräben von nur 20 Zentimeter Tiefe vordringen und kleine Tümpel durch Laich, der am Gefieder von Wasservögeln anhaftet, besiedeln. In Marginalgewässern ohne Raubfischbestand bleiben Rotaugen meist mit einem Durchschnittsgewicht von 100 Gramm kleinwüchsig und werden vorzeitig geschlechtsreif. Da sie mit zwei bis drei Jahren bereits geschlechtsreif sind, kann es schnell zu einer Massenentwicklung und Verbuttung kommen.
Rotaugen sind die wichtigsten Beutefische für Hechte und Zander. Rotaugen sind ausgesprochene Schwarmfische, die sich sowohl im Mittelwasser aufhalten, als auch in flacheren, strömungsarmen Uferabschnitten mit Pflanzenbewuchs. Rotaugen bilden mit dem Flussbarsch in den meisten Gewässern den größten Anteil der Fischbiomasse, der in trüben Gewässern nur noch von Karpfen und Brassen übertroffen werden kann. Im Winter ziehen sich Rotaugen in tiefere Gewässerabschnitte zurück, in Fließgewässern sind sie dann oft in großen Schwärmen in Hafenbecken und bestimmten Zonen der Flussrinne
zu finden. Die Nahrung der Rotaugen besteht einerseits aus verschiedenen Wasserpflanzen wie z. B. Wasserpest, Tausendblatt (Myriophyllum), Wasserlinsen und Armleuchteralgen und andererseits und hauptsächlich aus diversen Kleintieren wie Zooplankton, Würmer, Insektenlarven, Insekten, kleinen Schnecken und Muscheln.
Das Rotauge dient als Köderfisch zum Beangeln von Raubfischen wie Hecht, Flussbarsch, Wels, Aal oder Zander. Ansonsten ist es vor allem wegen seiner leichten Fängigkeit und seines häufigen Vorkommens für Anfänger ein beliebter Angelfisch. Das größte in Deutschland mit der Angel gefangene Rotauge der letzten Jahre wog 2,49 Kilogramm und stammte aus dem Neckar. Ein ähnlich schweres Exemplar stammte 2005 aus dem Mittellandkanal bei Braunschweig, ein anderer Rekordfisch von 2,62 Kilogramm wurde 1981 an der Weser gefangen.
Rotaugen sind vor allem in Osteuropa als Speisefisch bedeutend. Sie schmecken sehr delikat, lediglich wegen seiner feinen Gräten ist der Fisch in der Küche nicht so beliebt. Um den Fisch genießbar zu machen, kann man das Filet vor dem Frittieren mehrmals einschneiden (ziselieren). Sehr gut sollen auch pochierte Fischklöße oder Frikadellen schmecken. Eine weitere Methode, der feinen Gräten Herr zu werden, ist, das Rotauge über mehrere Tage in Essig einzulegen und damit die Gräten aufzulösen.

Lateinischer Name: Scardinius erythrophthalmus
Englischer Name: Rudd
Die Rotfeder, auch als Unechtes Rotauge, Rötel oder Rotblei bekannt, ist eine Fischart aus der Familie der Karpfenfische.
Die Rotfeder hat eine Größe von 20–30 cm, maximal bis 50 cm, und ein Gewicht von 250 bis 300 g. Sehr große Exemplare werden maximal 2–3 kg schwer.
Rotfedern haben einen hochrückigen, seitlich abgeflachten Körper. Die Bauchkante ist zwischen Bauchflossen und After gekielt. Das Vorderende der Rückenflosse liegt deutlich hinter dem Bauchflossenansatz. Die Brustflossen haben 16–17 Strahlen, die Rückenflosse hat 10–12 und die Afterflosse 12–14 Strahlen. Die Rotfeder besitzt 40 bis 43 große Rundschuppen entlang der Seitenlinie. Rücken und Kopfoberseite sind graugrün bis braungrün gefärbt.
Die Flanken sind heller und glänzen gold- bis messingfarben. Die Iris der Augen ist ebenfalls gelblich golden gefärbt. Die Bauchseite ist silberfarben.
Bauchflossen, After- und Rückenflosse sind orangefarben bis blutrot, am Ansatz bräunlich bis grau (Terofal 1984). Die Goldrotfeder oder Goldfeder ist eine
rötlich-goldfarbene Zuchtvarietät der Rotfeder. Die Rotfeder wird oft mit dem Rotauge verwechselt, das zur selben Familie gehört.
Die Unterscheidung ist anhand des Maules möglich: während die Rotfeder ein oberständiges Maul besitzt, ist das des Rotauges endständig.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Tatsache, dass die Rückenflosse hinter den Bauchflossen beginnt, im Gegensatz zum Rotauge,
wo diese Flossen senkrecht übereinander liegen. Kapitale Exemplare von 2,5–3 kg sind meist Hybriden, natürliche Kreuzungen mit Rotaugen, Brassen oder Alanden. Verbürgt ist ein 1,58 Kilogramm schweres Exemplar gefangen im Jahr 1988 im Ljungan-Fluss in Schweden.
Große Rotfedern werden nicht nur in Südschweden, sondern auch in Dänemark und Irland gefangen.
Die Rotfeder kommt in Europa vom Ural, Kaspischen Meer und Aralsee bis zu den Pyrenäen vor. Die nördliche Verbreitungsgrenze liegt in Finnland,
die südliche am Tiber (Italien) und in Mazedonien. Vereinzelte Bestände auch in Aserbaidschan und im Iran. Als Heimat und Genzentrum der Rotfeder wird der Donauraum und Zentralasien angesehen. Die Rotfeder ist ein Schwarmfisch, der sich in stehenden (Seen, Teiche, Weiher) und langsam fließenden Gewässern (Brassenregion bis Brackwasser) mit weichem schlammigem Grund aufhält. Hier besiedelt sie vorwiegend flache, weichgründige und pflanzenreiche Bereiche. Man findet sie noch in warmen Seen bis 900 m Höhe, in der Schweiz noch bis maximal 1800 Meter.
Bevorzugter Lebensraum in den Sommermonaten sind stark verkrautete Gewässerabschnitte und Schilfkanten. Typische Rotfeder-Habitate findet man beispielsweise in den stark mit Seerosen bewachsenen Unterlauf und Delta der dänischen Gudenå. Die adulten, d. h. die erwachsenen Rotfedern ernähren sich hauptsächlich von Algen und Wasserpflanzen (Laichkräuter, Tausendblatt, Wasserpest u. a.) und in geringerem Maße von Wirbellosen der Uferzone. Die Verbreitung von Rotfedern ist stark an Wasserpflanzen gebunden, einerseits als Deckung, Laichsubstrat und Nahrungsgrundlage.
Da der Sauerstoffbedarf von Rotfedern relativ gering ist, sind sie in der Lage, zusammen mit Karauschen und Schleien marginale Kleingewässer zu besiedeln.
Rotfedern sind typische Sommerfische und haben ihre Hauptaktivität an wärmeren Tagen in den Monaten Mai bis September, wo sie in Schwärmen Anflugnahrung von der Wasseroberfläche aufnehmen.
Die größte Aktivität zeigen Rotfedern in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung. Rotfedern sind extrem schreckhaft und reagieren schon auf kleinste Störungen. Während der Wintermonate suchen die Rotfedern die tieferen Gewässerzonen auf und reduzieren ihren Stoffwechsel stark.
Die Rotfeder erträgt erhöhte Temperaturen, Gewässerüberdüngungen und geringen Sauerstoffgehalt relativ gut, reagiert dagegen empfindlich auf anorganische Verschmutzung, vor allem gegen Industrieabwässer. Aus diesem Grund sind sie vielfach aus Flussunterläufen verschwunden. Mehrere Bundesländer in Deutschland zählen die Rotfeder zu den gefährdeten Arten. Als typischer Fisch der Unterläufe erträgt die Rotfeder ziemlich hohe Salzkonzentrationen und kommt auch im Brackwasser (z.B. der Ostsee) vor.

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Lateinischer Name: Tinca tinca
Englischer Name: Tench
Die Schleie, auch der Schlei genannt, gehört zu den Karpfenartigen (Cypriniformes) und lebt überwiegend am Grund langsam strömender oder stehender Gewässer (Brassenregion) sowie in flachen, warmen und krautreichen Seen. Den Namen verdankt die Schleie ihrer schleimigen Oberfläche, über einer Art Lederhaut in die viele kleine Schuppen eingelassen sind. Die dicke Haut ist schleimig und mit kleinen Rundschuppen bedeckt. Diese Schleimhaut wirkt neuen Untersuchungen zufolge antibakteriell und pilzhemmend, sowohl für den Fisch selbst als auch für die Brut.
Schleien zeichnen sich auch durch ihre große Widerstandsfähigkeit gegen Sauerstoffmangel und saures Moorwasser aus. Als äußerst anpassungsfähige Art verträgt die Schleie sowohl niedrigste Sauerstoffgehalte als auch hohe pH – Werte und fühlt sich sogar im Sommer in abgestandenem Wasser wohl. Vor allem im Sommer entsteht in flachen, schlammigen Seen oft akuter Sauerstoffmangel. Schleien überstehen dies, indem sie in eine Kälte- und Hitzestarre verfallen.
Sie kommt praktisch in ganz Europa mit Ausnahme von Griechenland, Dalmatien, dem schottischen Hochland, Nordskandinavien, der Halbinsel Krim und den Mittelmeerinseln und im gemäßigten Asien vor. Als Herkunftsgebiet der Schleie gelten Europa, Kleinasien und Westsibirien.
Es ist möglich, das Geschlecht der Schleie anhand der Bauchflossen zu bestimmen: männliche Schleien haben sehr große, löffelförmige Flossen, während die Flossen der weiblichen Schleien länger, spitzer und eher dreieckig sind.
Die Grundfarbe der Schleie ist dunkel oliv; eine rot-goldene Zuchtform („Goldschleie“) wird bisweilen in Zierteichen gehalten. Auffallend ist ein hoher Schwanzstiel mit gerade abschließender Schwanzflosse. Das Seitenlinienorgan verläuft fast waagerecht bis zur Schwanzwurzel. Das endständige Maul ist vorstülpbar, dicklippig und mit zwei kurzen Barteln versehen. Schleien werden 20 bis 40 Zentimeter groß, maximal sind 70 Zentimeter bei 10 Kilogramm denkbar. Belegt jedoch sind nur Maximalgewichte von 7,5 kg.
Die Schleie ist ein geschätzter Speisefisch und gilt schmackhafter als der Karpfen. Ihr Fleisch wird als fest, grätenarm und fettarm beschrieben.
Geschmacklich wird ihr ein nussiges Aroma zugesprochen. Sie verfügen nicht, wie bei den meisten Friedfischen, über die Gräte entlang der Seitenlinie.
Goldfarbene Schleien (sogenannte Goldschleien) werden für Gartenteiche und Parkteiche gezüchtet. Die Schleie gilt als Nebenfisch der Karpfen-Teichwirtschaft, sie spielen eine wichtige Rolle als Besatzfische für Angelvereine. Schleien wurden züchterisch nicht so intensiv bearbeitet wie Karpfen. Während in Europa Tschechien und andere osteuropäische Länder führend in der Erzeugung von Schleien sind, wird seit Beginn des 21. Jahrhunderts die Schleienproduktion in Aquakultur auch in China intensiviert.
Die Schleie war in Deutschland und in Österreich Fisch des Jahres 2007.