Köder

Köder2017-04-04T10:10:08+00:00

Allgemeines zu Ködern

Es gibt viele Köder, viele Futtersorten und es gibt sicherlich noch viel mehr Möglichkeiten diese einzusetzen. Wir wollen an dieser Stelle auf die wichtigsten Standardköder für das Friedfischangeln eingehen und Ihnen auch eine Einweisung in das Thema „Angelfutter“ geben. Bitte denken Sie daran: was Sie hier lesen spiegelt nur unsere eigenen Erfahrungen wieder. Manche Erfahrungen lassen sich vielleicht auch auf Ihr Gewässer übertragen, aber mit Sicherheit nicht alles. Während bei uns vielleicht süßes, orangenes Futter auf dicke Brassen besonders erfolgreich ist, müssen Sie vielleicht stattdessen zu dunklem, herben Futter greifen. Es ist absolut unerlässlich, dass Sie hier eigenen Erfahrungen machen. Je öfter Sie am Wasser sind, desto eher können Sie aus den gemachten Erfahrungen eine Regel ableiten. Dennoch, bereits am nächsten Tag kann alles schon wieder anders sein.

Die Made ist wohl der Standardköder beim Friedfischangeln. Es gibt keinen friedlichen Flossenträger der die quirligen Krabbler verschmähen würde. Man unterscheidet die allgemein bekannten und in der Regel verwendeten Fleischmaden (weiß, ca. 4-5 mm groß) und die etwas kleineren Pinkies (weiß bis hellrosa, ca. 3-4 mm groß). Beim Angeln auf Friedfische gilt im Allgemeinen ja die Aussage „wenig aber oft“, was so viel bedeuten soll, wenn man füttert dann sollen die Portionen nicht zu groß sein, denn man möchte die Fische zwar locken und bei Laune halten, aber auf keinen Fall sättigen. So könnte man zwar auf die Idee kommen ausschließlich Pinkies in seinem Futter zu verwenden, jedoch gibt es Phasen in denen ich erfolgreicher mit ein oder zwei kleinen Pinkies auf dem Haken war, als mit einer Made. Warum dies so ist: Keine Ahnung!

Aber merke: Pinkies ruhig mal als Hakenköder verwenden. Man kann nur dazu lernen.

Einfach eine Made auf den Haken zu stecken kann funktionieren, jedoch haben sich ein paar Anköderungstechniken als sehr effektiv herausgestellt.
So kann man den Schnurdrall eines Vorfachs deutlich reduzieren, in dem man eine Made zunächst mit dem spitzen Ende auf den Haken zieht und die Folgende
mit dem dicken Ende. Beim Einholen erzeugt diese Form weniger Drall als wenn man die beiden Maden jeweils mit dem spitzen Ende oder jeweils mit demdicken Ende auf den Haken stecken würde. Ich selbst angel gerne mit einer Made die komplett auf den Hakenschenkel geschoben wird, gefolgt von einer weiteren Made die ich am spitzen Ende anköder. Auf diese Weise kann die untere Made herrlich zappeln und locken und sollte sie doch mal geklaut werden, habe ich meinen Haken dennoch gut getarnt in der Made die komplett auf dem Hakenschenkel steckt. Auch Maden kann man am Hair-Rig anködern. Hierzu ist ein spezieller „Maggot-Clip“ (Maden-Clip, ähnlich einer rundgeformten Sicherheitsnadel) erforderlich.

In Deutschland bekommt man keine gefärbten Maden. In England gibt es außer den normalen weißen z.B. rote und bronze-farbene Maden.
Gefärbte Maden dürfen auch nicht importiert bzw. in unseren heimischen Gewässern benutzt werden!

[Fotos von angeköderten Maden ggf. Anköderungsanleitung]

Der Wurm ist bei Nichtangeln wohl DER Köder eines Anglers. Ein Klischee, dass unauslöschlich mit dem Angeln verbunden ist.
Aber ist der Wurm tatsächlich DER bzw. ein Standardköder und hat er heute in Zeiten von Pellets, Boilies und Fake-Baits noch seine Daseins-Berechtigung?
Die Antwort darauf lautet eindeutig „Ja“. Manches Feeder-Match wurde dadurch positiv entschieden, dass der Angler statt weiter mit Maden zu angeln und handgroße Rotaugen zu fangen einfach auf Wurm als Hakenköder umgestiegen ist. Das Ergebnis war dann z.B. dass die kleinen Rotaugen nicht mehr so oft am Haken waren, dafür aber die gewichtigeren Brassen des öfteren den Weg in den Kescher fanden.

Wie bei den Maden müssen wir auch hier verschiedene Wurmsorten unterscheiden. Folgende Arten gibt es in Deutschland und können im Angelgeschäft einfach gekauft oder sogar selbst gesucht/gesammelt werden:

  • Tauwurm
  • Rotwurm / Mistwurm
  • Dendrobena

Wie ködert man Würmer am Besten an? Diese Frage läßt sich nur dahingehend beantworten, dass beim feinen Angeln auf Friedfische die großen Tauwürmer eher als kleine Häppchen (mit der Wurmschere geschnitten) am Haken serviert werden, wohin gegen die kleineren Sorten durchaus auch im ganzen an den Haken kommen können. Der Vorteil bei Wurmstückchen ist, dass die riechenden Säfte des geschnittenen Wurms sich schneller im Wasser lösen können und daher eine vielleicht schnellere/bessere Lockwirkung erzielen können.

Bezüglich der eigentlichen Anköderungstechniken kann man ausführen, dass sowohl das Anködern direkt auf dem Haken/Hakenschenkel möglich ist, wie auch die Verwendung eines Hair-Rigs, ählich denen die man beim Anködern von Pellets mittels Gummiband benutzt. Dabei kann der Wurm das Gummiband umgelegt bekommmen, aber auch den Gummi IN den Wurm gezogen werden, wo dieser sich dann durch seine Entlastung im Wurm ausbreitet und diesen so auf dem Hair-Rig fixiert. Weiter unten sehen Sie eine Anköderungsanleitung.

[Anköderungsanleitung Wurm auf dem Hair-Rig] [FOTOS VON ANGEKÖDERTEN WÜRMERN]

Im Prinzip gibt es zwei unterschiedliche Formen und zwei unterschiedliche Grundlagen aus denen Pellets hergestellt werden. Zunächst zur Form. Zum einen gibt es solche Pellets mit einer einfachen zylindrischen Form, zum anderen gibt jene Pellets mit zylindrischer Form und Loch in der Mitte. Letztere eignen sich hervorragend für die Anköderung mit dem Hair-Rig. Bezüglich der Herstellungsgrundlagen muß man zwischen denen unterscheiden die aus Halibut-Fischmehl gepresst werden und solchen mit Krill-Mehl. Halibut-Pellets sind dunkler in der Färbung, Krill-Pellets sind rötlich. Beide Arten sind wahre Protein-Bomben die Ihre Vorteile wegen des hohen Fischölanteils vor allem bei höheren Wassertemperaturen ausspielen können. Öl löst sich bei warmen Wasser leichter aus dem Pellet als bei kalten Temperaturen. Pellets sind aber nicht nur wegen des Öls attraktiv für Friedfische, sondern auch wegen des Geruchs. Ich würde sie zwar nicht als Stinkbomben bezeichnen, jedoch verfügen sie über einen sehr deutlich wahrnehmbaren, fischigen Geruch. Eine dichte Transportbox ist also Pflicht!
Pellets werden hauptsächlich beim Angeln mit der Feederrute (klassiches Feedern und Methodfeedern) mit Hair-Rig als auch beim Angeln mit der Posenrute verwendet. In den letzten Jahre ist in England das Angeln auf Karpfen mit dem sogenannten Pellet-Waggler entstanden, welches sich immer mehr Anhängern und Freunden des Angelns an den sogenannten „Commercials“ erfreut. Der Pellet-Waggler wird im Kapitel „Matchangeln“  vorgestellt.

Ein angeködertes 8 mm-Halibut-Pellet am Hair-Rig von einem „Quick-Stop“ gehalten.
Ein angeködertes 8mm-Krill-Pellet am Hair-Rig von einem „Quick-Stop“ gehalten.
Ein 8mm-Krill-Pellet, das mit einem Bait-Band am Hair-Rig befestigt wurde.
Ein angeködertes 8 mm-Krill-Pellet, das von einem normalen Boilie-Stopper gehalten wird.
Ein angeködertes 4 mm-Fischmehl-Pellet (Sonubaits) welches mit einem 2,8 mm Bait-Band fixiert wurde. Diese Montage wäre so auch an der Pose nutzbar.
Bei Benutzung eines „Quick-Stop“ ist eine „Quick-Stop-Needle“ (engl. Needle = deu. Nadel) notwendig. Der „Quick-Stop“ wird auf die Nadel geschoben und beides dann z.B. durch das Loch im Pellet oder aber auch einen Boilie.
Boilies sind heute aus der Karpfenangelei nicht mehr weg zudenken. Bei Boilies handelt sich um aromatische Teigkugeln die kochendem Wasser gebrüht etwas an Härte gewinnen. Durch diese Härte sind Boilies für kleine Friedfische wie Rotaugen kaum zubewältigen und man so relativ selektiv auf große Friedfische angeln. Boilies geben durch ihre relativ harte Außenhaut ihre Aromen langsam ab, was sie auf der einen Seite recht Haltbar unter Wasser macht (sie lösen sich nicht sehr schnell auf), andererseits aber gerade auch dadurch für die Fische über einen längeren Zeitpunkt attraktiv bleiben. Neben den normalen, sinkenden Boilies gibt es Ausführungen die auftreibend sind. Diese nennt man Pop-Up´s.
Boilies gibt es in allen möglichen Aromen und Größen. Die Aromen reichen von süßlich-fruchtigen Geruchsnoten bis hin zu wahren Stinkbomen mit fischigen, herben oder gar knoblauchartigen Gerüchen. Ich möchte Ihnen nur ein paar Aromen benennen mit denen ich selbst Erfolgreich gefischt habe. Jeder muß an seinem Gewässer testen was dort besonders fängig ist. Einzige Faustregel scheint zu sein: Fruchtige Aromen scheinen in der warmen Jahreszeit besser angenommen zu wertden als in der Kalten. In der kalten Jahreszeit trumpfen dann eher die herben düfte auf.

Jedoch: Keine Regel ohne Ausnahmen!

Mit den folgenden Aromen habe ich selbst schon sehr erfolgreich gefischt:

  • Erdbeer-Aroma, rot
  • Banane-Fisch-Mix, dunkelgelb
  • Scopex, hellgelb
  • Ananas (Yellow-Zombie von Quantum), gelb
  • Bloody-Chicken (Fa. Quantum), dunkelrot
  • Pink-Tuna (Fa. Quantum; riecht irgendwie nach Maggi), lila
  • Tutti-Frutti (riecht irgendwie nach Wrigley´s JuicyFruit-Kaugummis), orange

An dieser Stelle möchte ich noch über die größe Sprechen. Ich unterteile Boilies grob in zwei Klassen.

  • kleine Boilies, sogenannte Mini-Boilies (zwischen 6 und 12 mm Durchmesser)Kleine Boilies eignen sich prima zu Angeln mit dem Futterkorb, insbesondere mit dem Methodfeeder.
    Beim Kauf sollte man darauf achten, daß die Mini-Boilies schon vorgebohrt sind, da diese meist eine sehr harte Konsistenz haben und sich nur schwer mit einem Boilie-Bohrer bearbeiten lassen.
    Achtung: Verletzungsgefahr!Kleine Boilies wirken genau wie ihre großen Brüder selektiv, jedoch sind 8-10 mm Mini-Boilies auch noch von großen Rotaugen und mittleren Brassen zu bewerkstelligen.Ich verwende Mini-Boilies zum Feedern im Main mit 10 mm Durchmesser und so Barben selektiv zu befischen und meinen Köder so nicht ständig den seit einigen Jahren in Massen vorkommenden Grundeln zu spendieren.
  • große Boilies (zwischen 14-30 mm Durchmesser)Boilies mit Durchmessern von 14-16 mm werden oftmals auch von großen Brassen (4-6 Pfund), Döbeln (ab ca. 35 cm) und Barben (ab ca. 35 cm) gerne genommen. Allerdings wirken diese Boilies doch schon sehr selektiv und sie sind definitiv eher beim Karpfenangeln einzusetzen. Standardgrößen beim Angeln auf Karpfen sind Boilies zwischen 16-20 mm. Will man einen ganz dicken „Rüssler“ auf die Schuppen legen, kann man auch auf Boilies mit 24-30 mm setzen. Mit diesen „Bowling-Kugeln“ wird man wohl kaum mehr einen Brassen als Beifang haben.
Hier sehen wir einen 8 mm-Ananas-Boilie aus der Quantum Radical Range. Diese Köder werden sehr gerne von großen Brassen genommen. Die Köder sind aber so hart (was gut ist, denn dann sind sie auch lange haltbar am Haken), dass man sie nicht einfach mit dem „Quick-Stop“ durchstechen kann, sondern mit einem Boilie-Bohrer bearbeiten muss.
Hier sehen wir die drei wichtigsten „Werkzeuge“ beim Angeln mit Pellets und Boilies.

Von links nach rechts:

Boilienadel: Sie dient zum durchfädeln des „Haars“ durch einen Boilie oder Pellet.

Boiliebohrer: Mit ihm wird der Boilie (oder auch das Pellet) durchbohrt. Vorsicht: Verletzungsgefahr!

„Quick-Stop-Needle“: Mit ihr schieben wir den „Quick-Stop“ durch den Boilie bzw. durch den Pellet. Vorsicht: Verletzungsgefahr!

Dumbells sind eigentlich nichts anders als Boilies, die nicht rund, sondern zylindrisch sind. Naja, ein echter Zylinder ist es nicht, eher ein Zylinder mit  eingedrückter Längsseite. Durch diese Taillierung eignen sich Dumbells nahezu perfekt für die Anköderung am Hair-Rig mit einem Gummiband.

Dumbells sind vorallem durch das Methodfeedern bekannt geworden. Daher wundert es nicht, daß diese Köder zumeist in Durchmessern von 6-10mm zu kaufen sind. Klare Vor- oder Nachteile gegenüber einem Mini-Boilie kann ich persönlich nicht erkennen. Eher, dass manches Aroma zwar als Dumbell, nicht jedoch als Boilie zu kaufen ist. Genau wie bei Boilies gibt es auch bei bei Dumbells Ausführungen die auftreibens, also Pop-Up´s sind.

Mit den folgenden Aromen habe ich schon erfolgreich gefischt:

  • Erdbeer-Aroma, rot
  • Ananas-Aroma, gelb
  • Tutti-Frutti-Aroma, orange
  • Tigernut-Aroma (Tigernuß), hellbraun
  • Bloody-Liver-Aroma (Blutmehl mit Leberaroma), dunkelrot
  • Mussel-Mix-Aroma (Muschel), grün
  • Cream-Aroma (Sahne), weiß
  • Krill-Aroma, pink
  • Garlic-Aroma (Knoblauch), hellgrün
Ein angeködertes Krill-Dumbell, welches mit einem Bait-Band am Hair-Rig fixiert wurde.
Ein unerlässliches Werkzeug beim fischen mit Bait-Bands (Köder: Pellets und Dumbells) ist der Bait-Band-Spreader (engl. Spreader = deu. Spreizer). Wie man erkennen kann wird mit ihn das Bait-Band am Hair-Rig (unterer Gummi) geöffnet um so leichter den Pellet oder das Dumbell zu montieren. Der obere Gummi dient nur dazu, dass der Spreizer sich von alleine schließt, denn es gibt zwar einen „öffnen“-Mechanismus, aber keinen „schließen“-Mechanismus.

Bait-Band-Spreader gibt es von verschiedenen Herstellern. Ihr Preis liegt bei etwa 5 € pro Stück

Sogenannte Fake-Baits sind Imitationen von echten Ködern. Die meist gummiartigen Köder gibt es in unterschiedlichten Farben und Ausführungen.
Imitationen gibt es für Maden, Würmer, Hanf-Körner, Weizen-Körner, Mais-Körner. Ja selbst für Brot und Käse gibt es Köder aus künstlichem Material.
Seit Neuestem gibt es auch Imitationen für Dumbells. Die Imitationen können sinkend oder auftreibend sein. Die Kombination von echten und künstlichen Ködern, z.B. Maden oder Made-Mais-Kombination bewirkt, daß der angebotene Köder langsamer zu Grund sinkt oder sogar wir ein Pop-Up senkrecht vom Grund ins Freiwasser hochsteht. Durch die sehr kurzen Vorfächer beim Methodfeedern eigenen sich auftreibende Imitationen hervorragend für diese Variante des Feederns.
Hier sehen wir einen „gefakten“ Dumbell. Dieser ist sogar auftreibend, fungiert also wie ein Pop-Up. Wie man sieht, wurde er auf einem Hair-Rig mit „Quick-Stop“ angebracht.
Fake-Baits gibt es von vielen Herstellern und in noch mehr Varianten. Es gibt „gefakte“ Maiskörner, Würmer, Maden, Weizenkörner, Zuckmückenlarven, Hanfkörner, und, und und…

Manchmal sind Fake-Baits nicht nur ein „Verlegenheitsköder“ weil man die Köder zu Hause vergessen hat, sondern echte „Biß-Bringer“.

Ein weiterer Standardköder beim Friedfischangeln ist der Mais. Seine auffällige Farbe und sein süßer Duft und Geruch haben eine großartige Lockwirkung auf Friedfische.

Beim Angeln mit Mais muß man aber darauf achten, daß man die Fische nicht überfüttert. Daher sollte Mais im Futter nur zu einem geringen Anteil vorkommen und eher als Hakenköder dienen. Mais ist ein Köder, den man wunderbar mit haushaltsüblichen Mitteln verändern kann. Man kann ihm einen anderen Geschmack geben, ihn also mit Flavourn verändern oder auch seine Farbe ändern z.B. mit Lebensmittelfarben.

Blauer Mais mit Fischaroma? Kein Problem. Einfach den Mais in blauer Lebensmittelfarbe einweichen und in Fischöl aufbewahren.

Mais kann direkt auf dem Haken oder mit dem Hair-Rig angeboten werden. Außerdem eigent sich Mais wunderbar für Kombinationen mit anderen Ködern, z.B. Mais + Made, Mais + Wurm, echter Mais + falscher Mais.

Folgende Sorten habe ich selbst schon erfolgreich gefischt:

  • Dosen-Mais

Wichtig:
Die Qualität der Körner unterscheidet sich durchaus auch am Preis. So konnte ich feststellen, daß Bonduell-Mais beispielsweise die größten und besten Körner hat, jedoch sind diese im Gegensatz zu günstigeren Marken nur in Wasser gelagert sind. Sie sind also nicht durch gezuckertes Wasser extrasüß. Mittelpreis-Mais hat qualitativ ähnlich gute Körner wie Bonduell. Sie unterscheiden sich nur in der größe der Körner und sind etwas kleiner. Bei den günstigste Mais-Sorten haben wir zwar die qualitativ schlechtestens Körner, diese sind aber meist mit Zuckerwasser zusätzlich gesüsst, was die Lockwirkung erhöht. Ich selbst füttere daher meist mit dem günstigsten Mais (Körner und Zuckerwasser in das Futter einbringen) und angel dann mit hochwertigem Mais als Hakenköder. Die qualitativ besseren Körner der teureren Mais-Marken halten besser auf dem Haken und es reicht meist ein Korn aus im Vergleich zu Billig-Mais.[Testfotos von verschiedenen Mais-Sorten]

  • Aromatisierter Mais (Fa. Carp Zoom)
    • Honig-Aroma, gelb
    • Erdbeer-Aroma, rot
    • Muschel-Aroma, orange
  • gequollener Futter-Mais

Gequollenen Mais kann man ganz einfach selbst herstellen. Zunächst kaufen wir uns Futter-Mais aus dem Tierfutterbedarf und weichen diesen für ca. 10 Stunden in kaltem Wasser ein. Danach wird er portionsweise in mit Zucker versetzem, kochendem Wasser für ca. 30 Minuten aufgekocht. Auf diese Weise zubereiteter Mais kann direkt auf dem Haken angeködert werden, ich jedoch bevorzuge diesen Mais in Kombination mit dem Hair-Rig, da die Konsistenz der Körner trotz Einweichens und Aufkochens teils immer noch recht hart ist und beim Durchstechen mit dem Haken die Körner oft brechen.

[Fotos von angeködertem Mais]

Weizen wird genauso zubereitet wie gequollener Mais. Unterschiede liegen in Form, Farbe und Größe vor. Weizen gibt beispielsweise ebenfalls im Tierfuttermarkt  zu kaufen. Weizen kann alleine oder als Partikel-Mix zum Anfüttern beim Karpfenangeln angewendet werden (Mais, Weizen, Hanf ggf. Tigernüsse und/oder Kichererbsen).

Außerdem kann man Weizen selbstverständlich auch als Hakenköder anbieten. Ein feindrahtiger Haken der Größe 16-18 sollte es dann aber auf alle Fälle sein, denn bei einem zu große Haken bzw. einem Haken mit zu dickem Durchmesser bricht das Weizenkorn auf und geht beispielsweise beim Auswurf verloren.

Hanf ist ein unauffälliger Kleinstköder der beim feinen Stippangeln als Hakenköder eingesetzt wird und ansonsten nur als Futterzusatz Anwendung findet. Hanf hat einen hohen öligen Anteil, der bei Fischen zum einen dazuführt daß deren Appetit angeregt wird, gleichzeitig aber auch deren Verdauung. Die Fische fressen zwar, werden aber quasi nicht satt.

Vor allem beim gezielten Beangeln von Rotaugen wird gerne zum Hanf als Futter gegriffen und oftmals in kleinen Portionen direkt eingebracht.

Die Aufbereitung von Hanf ist der zu Mais identisch. Jedoch wird am Ende der Zubereitung das Kochwasser nicht weggegossen sondern abgekühlt aufbewahrt und kann zur Zubereitung des Futter benutzt werden. Dies ist besonders dann interessant, wenn man bereits zu Hause das Futter vorbereitet und Leitungswasser zum Einsatz  kommen würde. Leitungswasser ist z.T. mit geringem Chloranteil versetzt welchen die Friedfische sehr wohl wahrnehmen können.

Merke: Am besten zum Zubereiten des Futters Wasser aus dem See/Fluß nehmen den man beangelt!

Hanf kann alleine oder als Partikel-Mix zum Anfüttern beim Karpfenangeln angewendet werden (Mais, Weizen, Hanf ggf. Tigernüsse und/oder Kichererbsen).

Käse galt schon in der Vergangenheit als typischer Barben-Köder. In Zeiten von Mini-Boilie, Pellet und Co. ist der Käse ein wenig in Vergessenheit geraten und doch bleibt es ein hervorragender Barben-Köder. Barben lieben den Geruch von Käse. Was liegt also Näher als einen Käsewürfel auf den Haken zu ziehen damit gleich loszulegen? Doch Achtung. Bevor wir die ersten bronze-farbenen Bartelträger aus dem Strom drillen sollten wir uns zunächst mit dem Köder ein wenig genauer befassen.
  • Welcher Käse eignet sich für was?
  • Wie ködere ich den Käse optimal an?
  • Wie groß sollte der Käsewürfel sein?

Diese Fragen sollten wir zunächst klären. Geht man in einen Discounter wird man im Kühlregal schnell fündig. Man findet hier die unterschiedlichsten Sorten mit den unterschiedlichsten Eigenschaften. Weiche Käsesorten fallen als Hakenköder per se aus, da diese bereits beim Anbiß oder sogar schon beim Auswurf durch die Beschleunigungskräfte vom Haken gerissen werden.

Persönlich fische ich mit mittelaltem Gouda und Leerdammer als Haken-Köder. Junger Gouda ist meist zu weich und geht zu schnell verloren. Natürlich kann man auch andere Sorten probieren. Das schöne ist, sollten die Fische nicht beißen, dann kümmern wir uns eben um die unbenutzen Käsewürfel.

Käse wird am besten als Würfel serviert. Diese kann man beispielsweise mit einer Ködernadel auf den Haken aufziehen oder auch am Hair-Rig anbieten.
Letzteres hat den Vorteil, daß der Haken bei einem Anhieb frei ist und so leichter im Fischmaul greifen kann. Ich persönlich schneide meine Käsewürfel mit Kantenlängen um ca. 1,5 cm in seltenen Fällen auch größer. Manchmal schneide ich auch quaderförmige Stücke aus dem Käse. Dies sind dann meist ca. B/H/T 1 x 1 x 2 cm oder größer.

Bei der Verwendung vom Käse als Hakenköder habe ich beobachtet, daß es deutliche Unterschiede im Beißverhalten der verschiedenen Fische gibt. Während Rotaugenbisse meist als kleine Zupfer an der Feederrute zu erkennen sind, so stellen sich Barbenbisse ganz anders dar. Hier hatte ich den Eindruck als könnte man richtig sehen wie die Barbe den Köder mit ihrem Maul ertastet und prüft ob sie den Köder annimmt oder nicht. Diese fast gleichmäßig Rupfen an der Feederspitze ändert sich zu einem gleichmäßigen Zug der umgehend mit einem Anhieb beantwortet werden sollte. Barben haben kein Problem damit die Angel mal eben aus einem normalen Y-Ständer zu ziehen und gelten nicht umsonst als „Lachse des kleinen Manns“. Barben gehen beim Drill aufs ganze und sind in ihrer Intensität einem Drill mit einem ordentlichen Karpfen ähnlich. Während der Drillphase wird der Rute, der Rollenbremse, der Hauptschnur und dem Vorfach alles abverlangt. Haken sollten nicht zu dünndrahtig sein und eher einem kleinen Karpfenhaken entsprechen.

Käse kann man natürlich nicht nur als Hakenköder benutzen. Man kann ihn ebenso gut in seinem Futter verwenden. Hierzu greife ich entweder auf geriebenen Hartkäse (Parmesan) zurück oder benutze auch schon mal eine bis zwei Hände geriebenen Käse für Pizza. Einfach in das Futter einbringen und ordentlich umrühren.

Bedenke aber: je feiner der Käse, desto weniger kann er die Fische sättigen. Ein klarer Pluspunkt für den Parmesan!

[Fotos von angeködertem Käse]

Brot als Hakenköder, das kennt man noch aus Kindertagen wo man mit einem Brötchen Fischwasser den Rotaugen und Rotfedern nachgestellt hat.
Auch heute noch hat Brot durchaus seine Daseinsberechtigung, wenngleich andere Köder mindestens ebenso erfolgreich sind. Mit Hilfe von speziellen Ausstechwerkzeugen ist es sehr einfach Weißbrotplättchen zur Verwendung als Hakenköder auszustanzen. Diese Werkzeuge nennt man „Puncher“ und es gibt sie für verschiedene Durchmesser. Man kann mit ihnen gleich eine kleine Menge von den Brotscheibchen produzieren und hat so gleich ein paar zur Anköderung vorhanden.

Diese Brotplättchen werden einfach auf den Haken gesteckt wobei sich zwei Varianten als besonders praktisch erwiesen haben.

[Fotos von angeködertem Brot ]

Meist angelt man beim feinen Stippen mit diesen Ködern doch Brot läßt sich für das Angeln auf Karpfen als Oberflächenköder einsetzen. Hierzu verwendet man am besten Brötchen mit schon etwas härterer, zäher Kruste. Für das Angeln an der Oberfläche muß man natürlich auch immer etwas Weißbrot anfüttern. Erst wenn die Karpfen sich eingestellt haben lohnt es seinen Köder ebenfalls in Wasser zu bringen. Eine Wasserkugel oder ein unauffälliger gedrungener Posenkörper, idealerweise aus durchsichtigem Material, eignet sich als Wurfgewicht auf Distanz. Am besten jedoch ist das Freelining wobei der Haken direkt an die Hauptschnur geknotet wird. Als Wurfgewicht dient dann das Brot selbst.

[Fotos von angeködertem Brot]
Teige und Pasten sind schon immer gute Köder für Friedfische gewesen und auch heute noch sicherlich interessant. Leider halten Teige meist nicht sehr gut am Haken. Doch unsere Angelkollegen von der Insel (die Engländer) haben sich diesem Prolem angenommen und neue Teige bzw. Pasten entwickelt. So gibt es beispielsweise von Preston Innovations sogenannten Fibre-Paste. Eine recht zähe Masse die sehr viel besser am Haken hält als die üblichen Teikugeln. Fibre-Paste wird auch nicht zu einer Kugel geformt, sondern aus der Hakenköder aus dem zubereiteten Teig einfach „heraus gerissen“. Dieses nun mit rauher Struktur versehene Teig-Stück wird dann am Haken durch einfaches Anpressen befestigt. Ich selbst habe noch keine Gelegenheit gehabt Fibre-Paste selbst zu testen, hoffe aber im kommenden Jahr (2017) dieses Produkt zu testen.
Ich werde selbstverständlich in meinem Blog nach dem Test berichten.
[Fotos von angeködertem Teig / Fibre-Paste]